Jochen Hörisch

  • Hände: Eine Kulturgeschichte
  • Literatur

Sie greift und tastet, streichelt und schlägt, begrüßt und schließt Verträge: Kein Körperteil ist so vielseitig wie die Hand.
In der Sprache finden wir unzählige Beispiele für ihre herausragende Rolle: Wir nehmen eine Sache in die Hand, etwas lässt sich nicht von der Hand weisen und ein Ziel wäre zum Greifen nahe, hätten wir nur nicht zwei linke Hände.

Jochen Hörisch führt uns die ganze Vielfalt der Hände vor, die uns in der Literatur und in der Geschichte der Ideen begegnen.
Kein Zufall also, dass die berühmteste Figur der deutschen Literatur den Namen Faust trägt. Generationen von Menschen fühlten sich in der Hand Gottes aufgehoben, heute vertrauen viele der unsichtbaren Hand des Marktes. Jede Epoche verbindet ihre eigenen Vorstellungen mit der Hand – und wenn wir Maschinen immer häufiger mit der Sprache steuern, sagt das viel über den Wandel, den wir durchleben.

Jochen Hörisch, geboren 1951, war Professor für Neuere Germanistik und Medienanalyse an der Universität Mannheim und ist Mitglied mehrerer Akademien. Zuletzt erschien bei Hanser Tauschen, sprechen, begehren. Eine Kritik der unreinen Vernunft (Edition Akzente, 2011).

In der Reihe Local Monday.

Foto: Alfred Gerold / hf