Lieder des Widerstands – Lateinamerika

  • Zélia Fonseca & Patricio Padilla mit seinem Ensemble Sol del Sur
  • In der Reihe Worte des Widerstands – Die Montagslesung
  • Literatur

Lateinamerika durchläuft auf dem Weg hin zu demokratischen Strukturen eine schwierige politische Transformation. In Chile fielen Tausende dem Pinochet-Regime zum Opfer, Argentinien stand vor wenigen Jahren noch vor dem Scherbenhaufen seiner Politik, und seit dem Wahlsieg Bolsonaros bei den Präsidentschaftswahlen 2018 hat sich in Brasilien eine extreme Rechte fest in der Politik verankert. Mit Texten und vor allem mit Liedern des Widerstands u. a. von der brasilianischen Gitarristin, Komponistin und Sängerin Zélia Fonseca und dem chilenischen Liedermacher Patricio Padilla mit seinem Ensemble Sol del Sur setzt die Veranstaltungsreihe Worte des Widerstands – Die Montagslesung am 24. Juni einen Schwerpunkt auf Lateinamerika. Es lesen u. a. Matthias Paul (TiK Theater im Karlstorbahnhof), Jutta Wagner (LiZ Literarisches Zentrum des DAI Heidelberg) und Veronika Haas (Literaturherbst Heidelberg).

Zur Veranstaltungsreihe:

Gemeinsam für eine wehrhafte Kultur

Vor dem Hintergrund der CORRECTIV-Enthüllungen über das Treffen radikaler Rechter in Potsdam und im Zuge der Demonstration „Kein Schritt nach rechts in Heidelberg. Nie wieder ist jetzt“ mit über 18.000 TeilnehmerInnen haben sich Heidelberger Kulturinstitutionen in einem aktiven Bündnis zusammengeschlossen. Das gemeinsame Anliegen: Eine wehrhafte Demokratie braucht eine wehrhafte Kultur – auch auf den Bühnen unserer Stadt. Initiiert und organisiert vom Literaturherbst Heidelberg (Veronika Haas) und dem Freien Theaterverein Heidelberg e. V. (Matthias Paul) startete am 15. April 2024 in bewusster Anlehnung an die historischen Montagsdemonstrationen eine mehrwöchige genreübergreifende Veranstaltungsreihe: Worte des Widerstands – Die Montagslesung, welche Bündnis- und Kooperationspartner wie das DAI Heidelberg, das Theater der Stadt Heidelberg, das Theater Carnivore, der Karlstorbahnhof, das Gloria-Filmkunsttheater, AutorInnen und MusikerInnen, aber auch SchülerInnen und StudentInnen aktiv mitgestalten.

Die Montagslesungen haben unterschiedliche Schwerpunkte, im Zentrum stehen Worte des Widerstands aus der Weltliteratur – darunter Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky, Thomas und Klaus Mann, Heinrich Böll, Hannah Arendt, Mascha Kaléko u. v. m. – und aus dem politischen Widerstand wie die Flugblätter der Weißen Rose oder Verhörprotokolle mit Sophie und Hans Scholl. Viele Montagslesungen werden musikalisch umrahmt oder widmen sich eigens dem politischen Lied, dem Protest-Song und in der NS-Zeit verbotener wie auch verfolgter KomponistInnen.

Die Veranstaltungsreihe findet an unterschiedlichen Orten im gesamten Stadtgebiet statt, bietet auch über die Montagslesung hinaus weitere Veranstaltungen an anderen Wochentagen und endet mit einem großen Finale am 15. Juli 2024.

Foto: Veronika Haas

Freier Eintritt.