Novalis im Weinberg

DAI - Großer Saal

  • Ralph Dutli
  • Vernissage

„Über meine Schulter gebeugt, begann der Weinberg mir Dinge ins Notizbuch zu kritzeln, die ich mir gern habe träumen lassen. Er wurde für mich zu einer Quelle von Bildern. Ich wollte den Weinberg erotisieren. Poesie und Weinbau sind nahverwandte Künste.“

Ralph Dutli liest aus seinem neuen Gedichtband „Novalis im Weinberg“. Dem Zauber des kahlen, kargen, scheinbar schmucklosen Winter-Weinbergs wird hier nachgespürt, dem Weinberg voller Erwartung. Er ist eine „untergegangene Sprache“, die jedes Jahr neu aufblüht, eine verstreute Bibliothek, ein Ort des Eigensinns, ein magischer Bildergenerator. Eine Welt entsteigt dem Weinberg. Und eine Kunst des Sehens, inspiriert von Novalis‘ Aphorismus „Man könnte das Auge ein Lichtklavier nennen“.
Außerdem: Übertragungen von Liebesgedichten der „Metaphysical Poets“ des englischen 16./17. Jahrhunderts, u.a. Andrew Marvell.

Ralph Dutli ist Lyriker, Essayist, Übersetzer und lebt in Heidelberg. Zuletzt stellte er im DAI seine Ossip-Mandelstam-Biographie „Meine Zeit, mein Tier“ vor.

„Wenn Ralph Dutli Gedichte liest, ereignet sich Sprachkunst.“ (Neue Zürcher Zeitung)