Johannes Krause

  • Ötzi - Unser Vorfahre?
  • Was steinzeitliche Genome über unsere Herkunft verraten
  • Geist Heidelberg, Vortrag

Mit Hilfe von genetischen Analysen prähistorischer Skelette lassen sich Ereignisse aus der Menschheitsgeschichte rekonstruieren, die für Archäologen und Historiker häufig im Verborgenen bleiben. Im Besonderen der Zusammenhang zwischen Migration und Epochenübergängen in prähistorischer Zeit, welcher sich anhand von Grabbeigaben und anderen archäologischen Artefakten nur begrenzt untersuchen lässt. So wurde über viele Jahre diskutiert, ob der Übergang von Wildbeutern zu der frühen Ackerbauern am Beginn der Jungsteinzeit in Europa, zu denen auch der Ötzi zählte, mit einer Einwanderung aus dem Nahen Osten verknüpft war oder ob es sich um eine kulturelle Weitergabe von innovativen Techniken und domestizierten Tieren und Pflanzen handelte. Eine ähnliche Frage stellte sich in Bezug auf den Übergang zwischen Steinzeit und Bronzezeit.

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, wurden von Archäogenetikern hunderte prähistorische Individuen genomweit untersucht, so auch der Ötzi, um Veränderungen in der genetischen Zusammensetzung der frühen Europäer im Zusammenhang mit Epochenwechseln zu beleuchten. Dabei wurden Hinweise auf zwei massive Migrationsereignisse gefunden, die ihre Spuren in allen heutigen Westeurasiern hinterlassen haben. Ausserdem waren die Forscher in der Lage Veränderungen im Phänotyp der prähistorischen Menschen zu beleuchten. Unter anderem fanden sie herraus das die Ur-Europaer in ihrer Hautfarbe eher den heutigen Afrikanern entsprechen. 

Johannes Krause (Jahrgang 1980) ist gebürtiger Thüringer. Er promovierte 2008 im Fach Genetik an der Universität Leipzig. Anschließend arbeitete er am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, bevor er eine Professur für Archäo- und Paläogenetik an der Universität Tübingen am Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie übernahm. Seit Juni 2014 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena. Seit 2017 ist er auch Direktor des Max Planck Harvard Research Centers for the Archaeoscience in the Ancient Mediterranean (MHAAM). Zudem ist er Kollegiat der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Im Mittelpunkt der Forschung von Johannes Krause steht die Analyse von alter bis sehr alter DNA mit Hilfe der DNA-Sequenzierung. Zu seinen Forschungsgebieten zählen neben anderem Krankheitserreger aus historischen Epidemien sowie die menschliche Evolution.

Foto: © Hentschel

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